Banner Viadrina

Über unser Forschungsprojekt

Logo ©Büxsenstein

Koordination selbstständiger Unselbstständigkeit: Erwerbsarbeit jenseits der Organisation im Internetzeitalter

Unser interdisziplinäres Forschungsprojekt zum Crowdworking an der Viadrina thematisiert die durch die Digitalisierung angestoßenen veränderten Bedingungen für Erwerbsarbeit.

Die beschleunigte Entwicklung digitaler Technologien verändert und globalisiert auf komplexe und vielfältige Weise Lebens- und Arbeitswelten und prägt den Übergang zur Wissensgesellschaft. Damit gehen Veränderungen der Koordinationsformen von Erwerbsarbeit einher, die im Kontext neuer Subjektivierungs- und Entgrenzungsdynamiken herkömmliche (nationalstaatlich geprägte) Verständnisse abhängiger Arbeit im Recht und in der Organisationstheorie in Frage stellen. Traditionelle Prozesse der Arbeitsteilung, die entsprechende Tätigkeiten in den Ordnungsrahmen Organisation, Markt oder zuletzt in Netzwerken zusammenführen, werden immer öfter durch die unterschiedlichsten hybriden Koordinationsformen ersetzt. Crowdworking, der Untersuchungsgegenstand des Projekts, zeigt, wie sich Unternehmen unter Globalisierungs- und Innovationsdruck öffnen, um flexibel externe Wissens- und Produktions­quellen zu nutzen, wodurch räumlich, zeitlich und auch sozial distante Wirtschaftssubjekte in der Peripherie der Unter­nehmens­organisation auf neue Art in den Wert­schöpfungs­prozess eingebun­den und selbstständig unselbstständig beschäftigt werden.

Ausgangsthese unseres Projektes ist, dass die Polykontexturalität der neuen Koordinationsformen der Erwerbsarbeit jenseits der Organisation monodisziplinär nur noch unzureichend erfasst werden kann. Es bedarf eines interdisziplinären Zugangs und wir wollen die Forschungsperspektiven aus den Sozialwissenschaft, der Organisationstheorie und der Rechtswissenschaft zusammenführen.

Das Projekt wird seit 2015 von der Fritz-Thyssen-Stiftung im Förderschwerpunkt “Staat, Wirtschaft & Gesellschaft” gefördert.