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Master-Studiengang Mediation und Konfliktmanagement (M.A./LL.M.)

Lehrformen des Master-Studiengangs Mediation und Konfliktmanagement

Im Folgenden erhalten Sie nähere Informationen zu den einzelnen Lehrformen des Master-Studiengangs Mediation und Konfliktmanagement. Eine detaillierte Übersicht über den konkreten Aufbau sowie die zugrundeliegenden Theorie-Kurse erhalten Sie im Punkt Aufbau des Master-Studiengangs Mediation und Konfliktmanagement.

Die Präsenzmodule finden in der Regel donnerstags bis samstags in Frankfurt (Oder) und zum Teil auch in Berlin statt.

Die Fernstudienmodule werden den Teilnehmern über eine internetbasierte Lernplattform in einen speziell entwickelten E-Learning-Format zur Verfügung gestellt.

 

Module Präsenz-Theorie 1-3 (Vorbereitung im Fernstudium, Durchführung im Präsenzstudium)

In jedem Präsenz-Theorie-Modul (PTM) werden ausgewählte Themenkomplexe der Mediation intensiv diskutiert. Zur Vorbereitung werden bestimmte Ausschnitte aus den Fernstudien-Materialien durchgearbeitet und bestimmte Texte im Rahmen eines sog. "Kursbegleitenden Essays" kommentiert. Diese vorherige Auseinandersetzung ermöglicht es, die Diskussion in den PTMs auf einem Niveau zu beginnen, das normalerweise eher am Ende einer universitären Präsenzveranstaltung erreicht wird.
Die Essays dienen neben der Erbringung einer Studienleistung den Dozenten dabei als Material für einen moderierten, zugespitzten Diskurs, dessen hohe intellektuelle Qualität den Mehraufwand in der Vorbereitung seitens der Teilnehmer und Dozenten rechtfertigt.

 

Modul Querschnittskompetenzen (Vorbereitung im Fernstudium, Durchführung im Präsenzstudium)

Das Modul Querschnittskompetenzen besuchen die beiden Gruppen A und B gemeinsam. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in dem weiten Feld der Verfahrensgestaltung. In jeweils halbtägigen Sequenzen werden die Teilnehmer für ausgewählte Blickwinkel und Kompetenzfelder sensibilisiert, die allgemein von großer Relevanz sind. Dadurch werden Perspektiven eröffnet und Impulse für selbstorganisierte Weiterbildung gegeben.

Es werden unter anderem die folgenden Themenbereiche behandelt:

  • Interkulturelle Mediation
  • Grundlagen der Visualisierung in der Mediation
  • Verfahrensdesign

Angeschlossen wird das Modul durch die mehrstufige Vorbereitung und praktische Durchführung und Erleben eines Großgruppenverfahrens, des Open Space.

 

Vertiefungsmodule (Vorbereitung im Fernstudium, Durchführung im Präsenzstudium)

Jeder Teilnehmer wählt aus den fünf Vertiefungsbereichen zwei der angebotenen Module, in denen die jeweilige Thematik auf den Ebenen von Praxis und Theorie behandelt wird.

 

Vertiefungsmodul

Titel

1

Mediation und Konfliktmanagement in der Wirtschaft

2

Psychologische Hintergründe der Konfliktbearbeitung (Vertiefung)

3

Familienmediation

4

Prozessdesign und mediative Projektbegleitung im Rahmen öffentlicher Planung

5

Verhandlungsführung

6

Peace Mediation und internationales Konfliktmanagement

7

Schiedsverfahren und Mediation internationalen Wirtschaftskonflikten

8

Mediation mit Kindern und Jugendliche in Schule und Jugendhilfe

9

Mediation und Konfliktmanagement in Organisationen - Arbeiten mit Gruppen und Teams

 

Die Phase der Vertiefung kann, je nach primärem Fokus und individuellem Ziel des jeweiligen Teilnehmers, eher der breit angelegten Orientierung oder eher der punktgenauen Spezialisierung dienen.

Die Vertiefungsbereiche dienen der Erforschung der Besonderheiten und speziellen Anforderungen, die sich aus dem Einsatz von Mediation und Konfliktmanagement in bestimmten Bereichen ergeben: Was sind typische Bedarfslagen / Schwierigkeiten / Besonderheiten? Wie finde ich als Prozessbegleiter die konkreten, situationsbezogenen Interessen / Anforderungen an das Verfahren heraus? Wo sind die Spielräume / Anpassungsmöglichkeiten der Verfahrensgestaltung in dem speziellen Fachgebiet der Mediation?

Neben diesem spezialisierten inhaltlichen Fokus erfolgt hier verstärkt eine Auseinandersetzung mit anderen Zugängen zu / Stilen von Mediation und Konfliktmanagement, denen die Teilnehmer in der Person des jeweiligen Vertiefungsmodul-Ausbilders begegnen.

 

Module Pflichtlektüre und Vertiefungslektüre (Fernstudium)

Wesentliches Charakteristikum der in dem Master-Studiengang zum Einsatz kommenden Fernstudien-Materialien ist das "Primärtext-Prinzip", das auf die intensive Arbeit mit systematisch angeordneten, didaktisch aufbereiteten deutsch- und englischsprachigen Quellentexten fokussiert ist.

Grund für die strikte Ausrichtung der Fernstudienmaterialien am „Primärtext-Prinzip“ ist der Befund, dass es inzwischen zwar relativ viel Literatur, aber nur ein beschränktes Maß an originärem und originellem Gedankengut zu Mediation und Konfliktmanagement gibt. Viele Texte schöpfen aus immer gleichen, teils US-amerikanischen, teils deutschen „Klassikern“ und begnügen sich damit, im Wesentlichen deren Aussagen zusammenzufassen, sodass dass diese klassischen Texte selbst dem aufmerksamen Leser immer nur als Fußnoten begegnen und selten wirklich im Original gelesen werden. Zudem ist die Menge an Veröffentlichungen in den letzten Jahren zunehmend gewachsen und nahezu unüberschaubar geworden. Mittels des “Primärtext-Prinzips” stellen wir für Sie sicher, dass Sie die für die Entwicklung der Mediations- und Konfliktmanagement-Wissenschaft zentralen Texte zur Kenntnis nehmen können und sich gut orientiert fühlen, wenn Sie im Rahmen Ihres Studiums damit beignnen, sich die unterschiedlichen Anwendungsfelder von Mediation und Konfliktmanagement selbst zu erschließen.

Das "Primärtext-Prinzip" beugt dieser Gefahr nur oberflächlicher Beschäftigung mit komplexen Texten vor und verlangt, Quellen wirklich durchzulesen, um sich dann - anhand strukturierender Einführungen, Fragen und Kommentierungen, in die der jeweilige Text eingebettet wird - eigenständig mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Zusätzlich zu den jeden Primärtext begleitenden Kommentaren runden Fragen am Ende eines Kapitels das jeweilige Fernstudienmaterial ab. Dies soll das Herstellen von Bezügen, die Kommunikation zwischen den Quellen, die Markierung offener Fragen sowie das Herausarbeiten eigener Standpunkte fördern.

Auch angesichts der Tatsache, dass sich Mediation und Konfliktmanagement als Objekte akademischer Betrachtung im deutschsprachigen Raum gerade erst etablieren, erscheint ein solcher streng diskursiver Umgang mit der Materie am stimmigsten.

 

Module der Präsenz-Praxis-Seminare (nur Gruppe A, Präsenzstudium)

Diesem Lehrangebot liegt in didaktischer Hinsicht die bereits erwähnte Überzeugung zugrunde, dass praktische Fähigkeiten nur durch praktische Erfahrung, kontinuierliche Übung und deren begleitende Reflexion erworben und verfeinert werden. Grundprinzip der Präsenz-Praxis-Seminare (PPM) ist deshalb die Erfahrungsorientierung: Das Schwergewicht der Aufmerksamkeit liegt auf den tatsächlichen Erfahrungen im Rollenspiel, in der Gruppe im Berufsalltag. Das Lernkonzept betrachtet die Teilnehmer als eine "Gemeinschaft von Lernenden" - das Miteinander in der Gruppe, in Rollenspielen und in der Interaktion zwischen einzelnen Personen wird als eine der primären Lernquellen gewürdigt und behandelt. Dabei unterstützt die Kontinuität dieser Gemeinschaft die Reflexionstätigkeit sowie die Ausbildung einer mediativen Grundhaltung.

 

Module Schulen- und Stilvergleich und Praxisvertiefung (nur Gruppe B, Präsenzstudium)

Während die Teilnehmergruppe A die soeben beschriebene Ausbildung durchläuft, wird den Teilnehmern der Gruppe B ihre bereits vor dem Studium absolvierte Mediationsausbildung angerechnet, so dass in ihrer Studiengestaltung die soeben dargestellten sechs Module Präsenz-Praxis-Seminare der Grundausbildung entfallen.

Stattdessen besuchen die Studierenden der Gruppe B zu Beginn des ersten Semesters eine dreitägige Präsenzveranstaltung zum Thema Schulen- und Stilvergleich, die vor allem folgenden Lerninhalte und -ziele enthält (welche angesichts der Ausrichtung der PPMs auf Praxislernen und Erfahrungsorientierung nicht getrennt dargestellt werden): systematischer Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterschieden verschiedener Mediationsmodelle, unterschiedliche Interventionsrichtungen und -schwerpunkte verschiedener Mediationsschulen, Verhältnis von (persönlicher) Haftung, professioneller Rolle und gewählter Interventionsmethodik, Klärung ihrer eigenen Stilentscheidungen, Co-Mediation und Intervision.

Optional können die Studierenden der Gruppe B zudem eine Vertiefungsveranstaltung zum Thema "Praxisvertiefung" belegen, deren Inhalte (Echtzeitmediation, Hilfe zur Selbsthilfe für Mediatoren, Umgang mit schwierigen Situationen in der Praxis) den bereits ausgebildeten Mediatorinnen und Mediatoren zu mehr Sicherheit in der eigenen mediatorischen Praxis verhelfen sollen.