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Erste juristische Prüfung (Erstes juristisches Staatsexamen)

Die erste juristische Prüfung dient der Feststellung, ob der Prüfling das rechtswissenschaftliche Studienziel er­reicht hat und damit für den juris­tischen Vorbereitungsdienst fachlich geeignet ist.

Die erste juristische Prüfung ist bestanden, wenn in der staatlichen Pflicht­fach­prüfung und in der universitären Schwerpunktbereichsprüfung jeweils eine End­punkt­zahl von mindestens 4,00 Punkten erreicht ist. Dabei wird die End­punkt­zahl der staatlichen Pflichtfachprüfung zu 70 vom Hundert, die End­punkt­zahl der universitären Schwer­punkt­be­reichs­prüfung zu 30 vom Hundert eingerechnet.

Diagramm_Examen ©Martina Seidlitz

Schwerpunktbereichsprüfung (SPB-Prüfung)

Seit dem Frühjahr 2007 müssen die Studierenden ihre Leistungen aus den Schwerpunktbereichen (SPB), ins­besondere die Fähigkeiten zu vertieftem wissenschaftlichen Arbeiten, in einer universitären Prüfung nach­wei­sen. Damit wird der erfolgreiche Abschluss des Studiums in dem vom Stu­die­ren­den ge­wähl­ten SPB do­ku­men­tiert. Die SPB-Prüfung besteht aus einem schriftlichen und aus einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil der Prüfung setzt sich aus einer schriftlichen Hausarbeit und einer Aufsichtsarbeit (Klausur) zusammen. Die Prüfungs­auf­gaben orientieren sich am tatsächlichen Lehrangebot der Universität. Das Wissen, das in den Fächern vermittelt wird, die den Schlüssel- und Zu­satz­qualifikationen zuzurechnen sind, ist nicht Gegenstand der uni­ver­si­tä­ren SPB-Prüfung. Der Nachweis der Teilnahme an solchen Lehr­ver­an­stal­tun­gen ist jedoch Voraus­setzung für die Zulassung zur mündlichen Prüfung im SPB. Die universitäre SPB-Prüfung ergänzt die staat­liche Pflicht­fach­prüfung. Beide Prüfungen sind notwendiger Bestandteil der ersten juristischen Prüfung.

Staatliche Pflichtfachprüfung

Zur staatlichen Pflichtfachprüfung wird der Kandidat auf Antrag zu­ge­las­sen, wenn er die entsprechenden Zu­las­sungs­voraussetzungen erfüllt.

Auch die staatliche Pflichtfachprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Im schriftlichen Teil sind sieben Auf­sichts­ar­bei­ten anzufertigen. Die mündliche Prüfung besteht aus einem zehn­mi­nü­tigen Vortrag mit einem anschließenden längstens fünf­mi­nü­ti­gen Vertiefungsgespräch sowie drei Prüfungsgesprächen in den Pflicht­fächern. Mit einem Vortrag soll der Prüfling neben Rechts­kennt­nis­sen seine Fähigkeiten zur mündlichen Darstellung rechtlicher Fragen zei­gen.

Die Details der staatlichen Pflichtfachprüfung regelt das Ju­ris­ten­aus­bil­dungs­gesetz (BbgJAG) i.V.m. der Ju­ris­ten­aus­bil­dungs­ord­nung (BbgJAO).

Hinweise des GJPA Berlin-Brandenburg zur ersten juristischen Prüfung