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Zentrum für Legal Reality Studies

 Leitung: Prof. Dr. Stephan Breidenbach, Prof. Dr. Ulla Gläßer

 

Was sind Legal Reality Studies (LRS) ?

LRS untersuchen die Rechtswirklichkeit, d.h. die Rechtsstrategien und -praktiken von verschiedenen Akteuren (Individuen, Gruppen und Institutionen wie z.B. Gerichten oder Medien). Uns interessiert Recht im gesellschaftlichen Kontext. Dabei wollen wir sowohl herausfinden, wie Rechtsdiskurse und –normen entstehen („Die Produktion von Recht“), als auch, wie sie– einmal erlassen und etabliert – im Alltagsleben genutzt werden und wie sie sich dabei ggf. verwandeln („Der Konsum von Recht“).

Den Begriff "Recht" verstehen wir dabei sehr weit - es kann also nicht nur um positiv-rechtlich normierte Gesetze und Verfahren, sondern (gerade) auch um informelle Normen und Konfliktbearbeitungsmechanismen gehen.

Die Produktion von Recht: Aus der Perspektive von LRS sind rechtliche Regelungen und Praktiken historisch gewachsen und kontextabhängig. Sie sind nicht „unschuldig“ im Sinne von naturgegeben, sondern reflektieren unterschiedlichste gesellschaftliche Interessen. Diese werden nur sichtbar, wenn wir „einen Schritt zurücktreten“ und betrachten, wie bestimmte Auffassungen sich zu rechtlichen Regelungen verdichten. Wir wollen rechtliche Konzepte hinterfragen, analysieren wie und warum „Recht“ gemacht wird.

Der Konsum von Recht: Aber nicht nur der Gesetzgeber schafft unsere Rechtsrealität. Rechtsregelungen, einmal erlassen, werden von Menschen und Institutionen auf unterschiedlichste Weise genutzt. Recht, im Alltag benutzt, entwickelt eine Eigendynamik und es kann eine Rechtsrealität entstehen, die vom Gesetzgeber z.T. gar nicht intendiert wurde.

 Zurzeit interessieren uns vor allem Häufungen von Strafverfahren bzw. möglichen Streitverfahren – Massenfälle. Hier gehen wir vor allem der Frage nach, ob Waffenungleichheit zwischen den Beteiligten u. U. rechtswidriges Verhalten verfestigt.